Zunächst wurde die zuständige Ortsfeuerwehr aus Auer mit folgender Meldung alarmiert:
„Alarmstufe 4, Arbeitsunfall bei der Fa. Haas mit Austritt von Chemikalien." Diese forderte ihrerseits sofort die Unterstützung der FF Neumarkt, Stützpunktwehr für Gefahrgut an und fuhr mit TLF und KRF zum Firmengelände der Fa. Haas aus. Nachdem sich der Einsatzleiter ein Bild der Lage gemacht hatte, sowie der Brandschutz mittels C-Rohr aufgebaut war, drang ein erster Trupp unter schwerem Atemschutz zum Verunfallten vor. Dem Trupp bot sich folgendes Szenario: Der verletzte Arbeiter lag auf dem Boden, mit dem Oberkörper in einer Flüssigkeit. Um ihn herum lagen drei leere Kanister mit jeweils unterschiedlicher Beschriftung.
Es war also nicht klar um welche ausgelaufene Flüssigkeit es sich handelte. Nachdem der bewusstlose Patient zunächst aus der Pfütze herausgehoben worden war gab der Trupp über Funk die UN-Nummern der Stoffe, die sich in den Behältern befunden hatten an die Einsatzleitung weiter. Es handelte sich dabei um die Nummern 3149, 1897 und 1719. Mittlerweile war auch die FF Neumarkt mit ELF, GSF, Fahrzeug 2 mit DEKO-Anhänger sowie SRF und ein RTW des WK Unterland eingetroffen. Sofort machte man sich daran weitere Informationen über die Stoffe einzuholen. Als klar war, dass keiner der in Frage kommenden Stoffe mit Wasser reagiert, wurde der Verletzte beim mittlerweile aufgebauten DEKO Platz dekontaminiert und dem Rettungsdienst übergeben. Inzwischen ging ein erster Trupp unter CSA zur genaueren Bestimmung der ausgetretenen Flüssigkeit vor.
Mit Hilfe von pH-Indikatorpapier sowie Prüfröhrchen wurde eine Probe der (diesmal) echten Chemikalie untersucht. Die Messung ergab einen pH-Wert von 1, während der Test mit dem Prüfröhrchen negativ war. Aufgrund dieses Messergebnisses konnte die ausgetretene Flüssigkeit eindeutig der UN-Nummer 3149 zugeordnet werden und somit dem behandelnden Arzt genauere Informationen weitergeleitet werden. Es handelt sich dabei um ein Produkt zur Sauerstoffbleiche und Wäschedesinfektion. Ein zweiter Trupp unter CSA nahm anschließend die Flüssigkeit mittels Bindemittel auf und gab dieses in einen chemikalienbeständigen Behälter. Nachdem alle eingesetzten Trupps dekontaminiert worden waren, konnte die Übung beendet werden.
Bei der anschließenden Übungsbesprechung wurden nochmals positive wie auch negative Erkenntnisse diskutiert. Als äußerst wichtig hat sich einmal mehr der schnelle Aufbau des Dekontaminationsplatzes erwiesen. Da eine einzige Feuerwehr bei solchen Einsätzen an personelle Grenzen stößt, ist es unumgänglich mehrere Wehren ins Gefahrgutkonzept einzubinden. Die Betreuung des DEKO-Platzes im Gefahrgutkonzept des Bezirkes Unterland wird deshalb von der FF Auer übernommen.
Abschließend geht ein besonderer Dank an die Fa. Haas sowie die RUD Gruppe (realistische Unfall Darstellung) des WK Unterland für das Schminken des „Unfallopfers".
Insgesamt waren an der Übung beteiligt:
FF Auer mit TLF und KRF sowie 12 Mann
FF Neumarkt mit ELF, GSF, SRF, Fahrzeug 2 mit DEKO-Anhänger sowie 15 Mann
WK Unterland mit RTW sowie 3 Sanitätern



