Hochwasserschutz ist auch Selbstschutz
nicht nur eine Sache der Feuerwehr oder der Gemeinde
Die Verantwortung für den Hochwasserschutz muss - zumindest teilweise - auch jedem Einzelnen übertragen werden. Ein Risiko kann bereits im Vorfeld vermieden werden und durch bauliche Vorkehrungen vermindert werden. So etwa indem man sich gegen das Eindringen von Wasser schützt, also z.B. Keller- und Erdgeschoss mittels Wasser undurchlässigen Beton abdichtet oder die Möglichkeit vorsieht, Kellerfenster und Tiefgaragen wasserdicht zu verschließen (z.B. mit Abdeckplatten oder Dammbalken). Trotz baulicher Vorkehrungen gilt es zusätzlich, das Bewusstsein hinsichtlich der Gefahr wach zu halten und auch nicht-bauliche Vorsorgemaßnahmen (z.B. Bereithaltung von Pumpen oder Sandsäcken) zu treffen, die im Ernstfall sehr wirkungsvoll sein können.
Die Feuerwehr kann wertvolle Hilfe leisten. Allerdings sollte man berücksichtigen, dass im Hochwasserfall viele deren Hilfe benötigen werden und man sich daher nicht darauf verlassen kann, dass man selbst sofort zum Zuge kommt.
Jeder sollte schlussendlich wissen, was er bei einer bevorstehenden Überflutung seines Eigentums tun sollte und sich überlegen, in welcher Reihenfolge er Dinge erledigt. Maßgebend sind hier verschiedene Reihenfolgen, z.B. von „wichtig“ nach „unwichtig“, von „wertvoll“ nach „geringwertig“, aber auch von „schnell machbar“ nach „zeitraubend“. Diese und vielleicht noch weitere Prioritäten müssen parallel betrachtet werden. Eine einfache Liste, die man sich in einer ruhigen Stunde zusammenstellen kann, und die sich auch jederzeit aktualisieren lässt, trägt möglicherweise in der kritischen Situation einer Überschwemmung dazu bei, die Übersicht besser zu bewahren.
Nachfolgend sind einige Punkte genannt, die wichtig sind, wenn es um Überschwemmungs-vorsorge geht.
Allgemeine Schutzmaßnahmen:
- Informationen über Gefährdungssituation, Vorwarnzeiten, Möglichkeiten zur Vorsorge einholen; die Feuerwehr hilft dabei gerne
- Checklisten erstellen
- Tanks in Haus und Keller sachgemäß verankern, um ein Auf- oder Wegschwimmen zu verhindern; Lüftungsleitungen bis über die erwartete max. Wasserspiegelhöhe verlängern
- elektrische Leitungen, insbesondere Steckdosen, oberhalb des zu erwartenden max. Wasserspiegels verlegen
- Sandsäcke, Sand, Schaufeln, Werkzeug, Bretter, Nägel beschaffenNotbeleuchtung inkl. genügend Batterien vorsehen, regelmäßig prüfen und ggf. erneuern
- sichere Plätze für evakuierte Güter bestimmen und vereinbaren
- prüfen, ob eine Versicherung sinnvoll und möglich ist
Vor einer drohenden Überschwemmung:
- Anweisungen der Gemeindeverwaltung, der Feuerwehr und der Sicherheitsorgane unbedingt und sofort Folge leisten
- Gas bzw. Strom abstellen; elektrische Geräte ausstecken
- gefährliche Flüssigkeiten, insbesondere brennbare, in Sicherheit bringen oder sicher verschließen
- tragbare Behälter mit entflammbaren oder brennbaren Flüssigkeiten festbinden
- wichtige Vorräte, Dokumente und Wertgegenstände an höher gelegene Orte bringen
- Möbel und bewegliche Gegenstände in die oberen Stockwerke verlagern
- Fahrzeuge auf überschwemmungssicheres Gelände fahren
- Wichtige Hilfsmittel wie Nahrungsmittel, Trinkwasser, Erste-Hilfe-Kasten, Medikamente, Notbeleuchtung (Ladezustand der Batterien prüfen) an einem sicheren Ort bereitstellen
- Sandsäcke an gefährdeten Gebäudeöffnungen (Kellerfenster, Türen) anbringen;
- Gegenstände im Freien und bewegliche Gegenstände gegen Wegschwimmen sichern
- sachgemäße Verankerung von Tanks prüfen und ggf. herstellen
Während einer Überschwemmung:
- Anweisungen der Gemeindeverwaltung, der Feuerwehr und der Sicherheitsorgane unbedingt und sofort Folge leisten
- Radio (batteriebetrieben) einschalten, um die Einschätzbarkeit der Lage zu verbessern
- Bereiche, die plötzlich überschwemmt werden können, meiden
- überschwemmungsgefährdete Gebiete umgehend verlassen
- bereits überschwemmte und schnell fließende Bereiche meiden; nicht versuchen, fließendes Wasser zu Fuß zu durchqueren, wenn das Wasser mehr als knietief ist
- Wassertiefen in Senken und Unterführungen vor dem Durchfahren mit dem Auto prüfen; steckengebliebene Fahrzeuge sofort verlassen
- nachts erhöhte Vorsicht walten lassen, da dann Gefahren oftmals nur schwer zu erkenne sind
- Katastrophengebiete nicht besichtigen, weil dadurch Rettungsarbeiten oder andere Notmaßnahmen behindert werden.
Auch wenn es nicht in der Macht des Menschen liegt, Naturkatastrophen zu verhindern, können Schutzvorkehrungen viel bewirken. Dabei ist es notwendig, die Schutzmaßnahmen der Behörden und Einsatzkräfte durch geeignete Selbstschutzmaßnahmen zu ergänzen. Dadurch kann ein Schaden verringert und die persönliche Sicherheit wesentlich erhöht werden.
Download der Präsentation des Informationsabends anlässlich der Hochwasserübung 2012:



